Liebes Tagebuch!
Seit gestern fällt es mir irgendwie zunehmend schwerer die Worte am Rollen zu halten. Ich nehme mal an, ich brauche einfach ein wenig mehr Schlaf, vielleicht auch wieder etwas Abwechselung.
Ich veröffentliche hier aber trotzdem mal die Tanzszene, mit einem Augenzwinkern zu Michaela und dem Wunderwaldverlag.
schnurrig
Neko
Vor weiteren Fragen rettet mich der Beginn des kleinen Festes. Es gibt schäumenden Apfelwein, Met und Bier. Für die hungrigen Mägen brutzeln zwei ganze Schweine über dem Feuer. Ausgelassen tanzen die Dorfbewohner ums Feuer während einfache Instrumente für die Begleitung Sorgen. Auch ich werde öfter aufgefordert mich dem Reigen um die Flammen anzuschließen. Nach anfänglicher Weigerung gebe ich schließlich doch nach.
Der Reigen geht um ein großes Feuer, dessen Flammen scheinbar bis zu den Sternen lechzen. Mit leichten Schritten und einem Lächeln im Gesicht führen die Frauen des Dorfes den Tanz an. Die Rücken schwingen um Takt zur Musik während sich die Tänzerinnen um die eigenen Achsen drehen. Zeitgleich umrunden sie dabei die Feuerstelle, dessen Flammen scheinbar immer wieder gierig nach den Tänzerinnen lecken. Mir kommt in dem Tanz eine ganz besondere Rolle zu. Anfangs führen sie mich einfach mehrmals ums Feuer, lassen mir gar keine Chance mit ihren graziösen Bewegungen mitzuhalten. Nahe ans Feuer bugsieren sie mich sodass der Schein der Flammen meine Gestalt ausleuchtet.
Anschließend werde ich mitsamt der Feuerstelle in meinem Rücken von den Dorffrauen umrundet. Der Grund, warum sie mich in der Nähe des Feuers platziert haben, bleibt mir vorerst ein Rätsel. Aber ich lasse mich einfach von den Klängen und dem Tanz leiten. Während ich die Bewegungen der Tänzer weiter beobachte, bleibe ich ruhig im Schein der Flammen stehen. Es dauert nicht lange ehe sich der Tanz ändert. Die Männer des Dorfes mischen sich zu den Frauen. Es beginnt ein Paartanz welcher sich erneut mit wilden Drehungen rund um das Feuer abspielt.
Nach ein paar Runden stehe plötzlich Jonathan vor mir. Lächelnd streckt er mir eine Hand entgegen. Etwas zögerlich ergreife ich sie, nur um von ihm dann aus dem Schein des Feuers und mitten hinein in den Reigen gezogen zu werden. Überraschend sanft führt mich der Schmied durch die Drehungen des Tanzes. Einige Male geht es um das das große Feuer ehe ich mit einem Mal umringt von den Dorffrauen wiederfinde. Im Kreis tanzen sie langsam um mich herum während ich erneut ein wenig verdutz stehen bleibe.
Währenddessen wird die musikalische Untermalung schneller, beinahe fordernd. Der Kreis der Tänzerinnen wandelt sich langsam in einen Halbkreis, welche mir nur den Ausweg durch die Flammen lässt. Es juckt mich am ganzen Körper genau diesen einen Weg zu nehmen. Nach kurzer Überlegung gebe ich dem Verlangen einfach nach. Ich nutze den wenigen Raum der mir bleibt aus um Schwung zu holen. So schnell wie möglich renne ich auf das Feuer zu. Nur einen Meter bevor ich die Flammen erreiche, springe mich aller Kraft ab. Hoch segle ich durch die Luft, verschränke die Arme um meinen Körper und lasse mich von meinen Instinkten leiten. Wie ein sanfter Liebhaber lecken die Flammen heiß über meinen Körper ohne mich dabei zu versengen.
Scheinbar mühelos vollführe ich einen gestreckten Salto mitsamt Drehung. Das erstaunte Schweigen des Dorfes nehme ich nur am Rande wahr während ich elegant mit einem ausgestrecktem und einem angewinkelten Bein in einer Hockenden Position lande. Erst als der Applaus erklingt schaue ich breit lächelnd auf. Aber so schnell wie ich aus dem Reigen entkommen bin, stehe ich auch schon wieder im Mittelpunkt des Ringes aus Tänzerinnen. Erneut geht es reihum rund um das Feuer herum, aber dieses Mal lasse ich mich einfach mitreißen. Ohne Das ich darüber nachdenke bewege ich meine Gliedmaßen im Takt der Musik während ich mit meinen Hüften wackle. Schnell drehe ich elegante Ringe im Kreis der Tänzerinnen.
So geht der Tanz weiter durch die Nacht, bis sich der Kreis enger um die Flammen zieht. Derweil haben die Männer des Dorfes einen Ring um jenen der Frauen gemacht. Zwischen mir und den Fallen befindet sich nur noch etwa ein Meter Abstand. Jedes Mal, wenn der Wind auffrischt schlagen die Flammen herum, meist in meine Richtung. Elegante weiche ich den feurigen Zungen knapp aus, sodass die heiße Luft über meine Haut streicht. Schweiß perlt von meiner Stirn während ich mich erneut nach hinten biege um dem Feuer auszuweichen. Der Feuerschwall gleitet über mich hinweg. Er hinterlässt ein angenehm warmes Gefühl auf meinem Gesicht während ich mich wieder aufrichte.
Drehung um Drehung geht es weiter um die Flammen. Immer wieder weiche ich den gleißenden Flammen im Takt der Musik aus, verrenkte meinen Körper in fast unmöglichen Posen um nicht verbrannt zu werden. Das Feuer züngelt um mich herum während ich von zwei Ringen der Dorfbewohner umgeben bin. Schneller und Schnell wird der Reigen. Zugleich scheint das Feuer immer höher zu den Sternen zu wachsen. Weiterhin schießen die Flammen regelmäßig in meine Richtung sodass die Hitze in mir immer weiter steigt. Ich lasse mich auf der Welle von Feuer und Musik weitertragen, genieße das Gefühl der heißen Luft, welche mich zärtlich umschlingt.
Die Klänge der Musik steigern sich weiter mit den steigenden Flammen während der Tanz schneller und schneller wird. Ebenso schießen die Flammen nun öfter in meine Richtung. Der Schweiß rinnt mir langsam in richtigen Strömen kühlend über meine Haut. Jeder Atemzug scheint meine Lungen von innen anzusengen, so heiß ist die Luft rund um mich. Weiter steigt die Hitze ehe sich alles plötzlich ändert!
Kalte Luft schießt von überall her zum Feuer, kühlt meiner geröteten Haut und lässt die Flammen noch höher lodern. Aller Augen richten sich auf das Feuer, dessen Flammen mit ungebremster Macht sich dem Firmament entgegenstrecken. Schatten tanzen über das ganze Dorf, während die Bewohner stillstehen und das kleine Inferno staunend beobachten. Mir selbst geht ist nicht besser. Gebannt kann ich meine Augen nicht von den aufsteigenden Flammen lösen. Am dichtesten an der Feuerstelle muss ich den Kopf weit nach hinten strecken um die Spitzen des Feuers zu sehen. Wenn man genau hinsieht, kann man kleine Figuren aus Feuer auf den Spitzen der Flammen tanzen sehen. Das Schauspiel hält aber nur ein paar Minuten an, ehe das Feuer sich normalisiert und auf zurück brennt. Glückliche, wenn auch erschöpfe Dorfbewohner starren in das nun kleine Feuer. Die Kreise der Tänzer wandern nun zu den Getränken um den Durst zu stillen.



Schön zu lesen – da möchte man doch gleich mitmachen! Ich hoffe inzwischen „rollen“ Deine Worte wieder. Bei mir hakte es gestern und nun bin ich auf heute gespannt…
Liebe Grüße, Nicole
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Danke!
Leider scheint es Momentan nur bergauf zu rollen. Vielleicht wirds heute wieder besser 🐾🐱
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Irgendwie kommen wir schon wieder ins Schreiben – ich bin mir sicher!! 🙂
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