Henry Martin – Eine Samhain Geschichte

An Samhain, dem Tag der Toten, von vielen nur noch Halloween genannt, passierten immer schon seltsame Dinge. Es ist ein Tag voller Magie und Macht an welchem die Toten und die Sidhe unter den Sterblichen. Viele Legenden und Geschichten spielen an jenem einen Tag! Nur ein Tag mit einer so großen Bedeutung! So spielt auch dieses Geschichte an dem Tag des Samhain – Festes aber vor vielen, vielen Jahren.

Henry Martin, ein junger Mann mit zwei Brüdern aus den schottischen Highlands, war ein Seemann. Um seine Brüder und sich am Leben zu halten wurde er, als der Jüngste der Drei, ausgeschickt um ein Räuber der Meere zu werden. Henry Martin war allerdings nicht aus dem Holz geschnitzt das man für den Weg des Piraten brauchen würden. Er war nicht nur zimperlich sondern auch von schmächtiger Gestalt und nicht in den rauen Tönen der Seeleute geschult. Und so fand sich der junge Henry Martin an Samhain immer noch an Land, verzweifelt und voller Unbehagen. Wie sollte er seine Brüder und sich am Leben halten, wenn er nicht einmal in der Lage war, einen Platz an Bord eines Schiffes zu finden?

Die Lösung gab ihm eine vermummte Gestalt auf der Straße. „Gehe heute Nacht zu den Feenhügeln. Trage dein Anliegen vor und die Sidhe werden dich erhöhen. Doch, gewarnt seist du. Der Preis des schönen Volkes könnte hoch ausfallen!“
Wie die meisten jungen Leute, schlug Henry die Warnung in den Wind. Wie sollte der Preis auch zu hoch sein? Außerdem waren seine Aussichten sonst alles andere als rosig. Und so begab sich der junge Henry Martin in der Nacht des Samhainfestes hinaus zu den Hügeln der Sidhe.

Dort in einem Kreis aus Pilzen trug er sein Anliegen vor. Ein großer Pirat wolle er sein! Gefürchtet nah und fern. Für seine Brüder solle gesorgt sein und es ihnen an nichts mangeln. Dann wartete er, doch keine Antwort kam. Wieder trug er den Grund seines hier seins vor und wieder kam keine Antwort außer der nächtlichen Stille. Verzweifelt wiederholte Henry alles immer und immer wieder und klang dabei immer flehender. Bis sich schließlich die Stunde der Geister näherte. Mit einem Mal war die Luft um ihm herum voller Wärme und erfüllt mit dem Geruch frischen Obstes.

„Dein Flehen haben wir vernommen, Sterblicher. Deine Bitten werden wir erfüllen. Zehn Jahr sollst du auf den salzigen Wassern frei sein und dein Ruf wird in die entferntesten Winkel dringen. Auch deinen Brüdern soll es an nichts mangeln. Doch nach diesen Jahren wirst du unser sein. Es sei denn, das Herz einer Sidhe kannst du dein eigen nennen!“
Und mit diesen Worten fegte eine Sturmbö über den Feenhügel und den jungen Henry Martin, der mit aller Kraft seine Zusage hinaus schrie! Und der Wind führten den jungen Mann zum Strand, zum salzigem Wasser auf welchem, er die nächsten Jahre sein Schicksal erfüllen würde. Dort am Strand, nahezu schwebend auf den Wellen, sah er sie: Das Schiff welches ihm zum gefürchtetem Piraten der Weltmeere machen würde.

Ihre Planken schimmerten weiß im Licht von Sternen und Mond, während das Segel silbern glänzte und auf dem Decke sah er, wie sich Gestalten anmutig bewegten. Und ein Beiboot aus demselben, weißem Holz erwartet ihm am Strand. Zwei Gestalten in dunklen Kapuzen bemannten die Ruder während eine dritte ihn erwartete. „Willkommen Kapitän!“, grüßte sie ihn mit lieblicher Stimme. Blaue Augen musterten jeder seine Bewegungen eingehend und eine Strähne ihres goldenen Haares lugte unter der Kapuze hervor. Und in diesem Moment wurde ihm die Tragweite seines Handelns bewusst! Denn wollte er nach den zehn Jahren noch frei sein, würde er dieses wunderbare Wesen töten müssen und ihr Herz besitzen. Doch ebenso zeichnete sich Hoffnung ab, denn er hatte zehn ganze Jahre um das Problem zu lösen. Lächelnd bestieg er das Boot und damit begann seine Karriere als Henry Martin, Schrecken der salzigen Wasser.

Die Jahre vergingen und die Legende wuchs! Henry Martin und sein weißes Schiff mit den silbernen Segeln waren bald gefürchtet nah und fern. Man erzählte sich seine Crew würde aus Geistern bestehen, so lautlos verrichteten sie ihre Arbeit und seine Kanonen würden nie ihr Ziel verfehlen. Wahrlich eine Legende war geboren und sie wuchs und wuchs, bis niemand mehr seinen Namen auszusprechend wagte. Aber leider wurde auch langsam die Zeit knapp und Henry fand keine Lösung für sein Problem, wollte er dich seinen ersten Offizier nicht töten. Davon abgesehen hatte er sich in die Sidhe unsterblich verliebt, wagte es aber nicht es ihr zu gestehen.

So begab es sich, dass die zehn Jahre sich langsam dem Ende neigten und auch Samhain wieder vor der Tür stand. Um seine Freiheit nicht zu verlieren, lud Herny Martin seinen ersten Offizier, die bezaubernde Alisha zu einem Picknick am Feenhügel ein. Bei gutem Wein und leckerem Essen wollte er seinen Plan durchführen. Alles war bereit. Das Messer und auch der Beutel für das Herz. Kurz bevor die Stunde der Geister und Toten läutete, wollte er es tun. Die Waffe war bereits in seiner Hand und Henry wollte zustechen, doch er konnte nicht. Mit einem Schrei der Wurt warf er das Messer in den Feenring und flehte seinen Angebetet um Verzeihung, er beichtete ihr seinen Plan und gestand er seine Liebe. Doch sie lachte nur. Die Sidhe lachte über Henry Martin! Verletzt sah er sie an und dann erklärte sie: „Du bist für immer mein, ob gebunden durch dein Versprechen oder durch deine Liebe, mein bist du auf ewig. Und sollst du mit dem weißen Schiff die Meer der Anderwelt befahren und den Formor denselben Schrecken lehren wie den Sterblichen. Doch an einem Tag in jedem Jahr, an Samhain, sollst du wieder die Meere der Sterblichen befahren und dein Name soll ewig Angst und Schrecken verbreiten.“ Und mit einem Donnerknall verschwanden Henry, Alisha und das Schiff.

Seit jenem Tag, an Samhain, befährt Henry Martin und seine Sidhe Mannschaft die Meere unserer Welt und wird seinem Ruf mehr als Gerecht. Tentakeln und andere Körperteile der Formori zieren sein Schiff und allein der Anblick von silbern glänzenden Segel in der Ferne lässt gestandenen Seemänner vor Angst schlottern, denn Henry Martin ist nicht dafür bekannt sanft mit seinen Opfern umzugehen. Kein Mensch ist er mehr sondern der Kapitän eines Schiffes der Sidhe, welcher keine Gnade und kein Erbarmen gegenüber den unwürdigen Sterblichen kennt.

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