Sternenkrieger

Kapitel 1 – Eisige Weiten

Wärme

Kitty:
Endlich aus dieser Schneehölle draußen und in der warmen Umarmung der Waffenkammer. Nyla mag sagen was sie will, aber keine Heizung der ganze Galaxie kann einen in diesem Sturm warm halten. Zudem bin ich auch froh, endlich wieder aus meiner Rüstung zu kommen. Modernste Waffen und Sensoren, aber irgendwann beginnt es darin einfach zu müffeln. Nicht, dass Nyla dieses Problem hätte. Vermutlich hat ihre Raktarirüstung auch einen Lufterfrischer. Mit einem zischenden Geräusch öffnen sich die Versiegelungen meiner Rüstung und ich kann sie langsam verlassen.

Wie es für die schweren Rüstungen üblich ist, trage ich darunter einen hautengen Anzug, der durchaus auch als Uniform durchgeht. Allerdings verleiht er gewissen anatomischen Merkmalen etwas zu viel prominenz, sodass für gewöhnlich darüber eine einfache, lockere Uniform getragen wird. Durch den Helm kleben meine Haare an meinen Kopf als ich die Rüstung verlasse und mich durstrecke.

Gleich nachdem ich meine Haare ein wenig in Ordnung gebracht habe, fällt mein Blick auf Nyla, wie sie aus ihrer Rüstung steigt. Mit über zwei Metern an Größe überragt die Raktari so gut wie jeden Menschen. Silbernes Fell zieht sich über ihren Körper. Dieses wird von schwarzen Streifen unterbrochen. Nur Brust, Bauch und die Innenseiten der Arme und Beine sind in ein fast glänzendem Weiß gehüllt. Ein eleganter, langer Schweif gehört ebenso zu ihr, wie die dreieckigen Katzenohren, die auf ihrem animalischen Kopf sitzen. Als wäre des aber noch nicht befremdlich genug, so haben die Raktari noch eine andere Eigenart. Ihre Beine sind wie die Hinterläufe einer Katze für den Gang auf den Zehenspitzen ausgelegt. Der dadurch entstehende, federnde Gang verleiht den Raktari ein ungewöhnliches auftreten.

Nebenbei haben Raktari so gut die kein Schamgefühl. Aber wenn man mit Fell bedeckt ist, ist es vermutlich auch nicht nötig. Während ich die Uniform über die Zerosuit anlege, zieht sich NyJa ihre ebenfalls an. “Das Basiscamp kommt gut voran. Wir haben ein paar Stunden bis deine Rüstung wieder aufgeladen ist”, meint Nyla mit einem raubtierhaften Grinsen, welches so manchen Menschen schon zum schaudern gebracht hat. Leicht schmunzelnd antworte ich: “Damit haben wir genug Zeit um einen Happen zu Essen und uns auszuruhen. Die Piratenbasis finden wir früh genug.” Schmunzelnd rückt die Raktari ihre Uniform zurecht bevor sie mit den Ohren zuckt. “Die Messe sollte jedenfalls schon stehen. Bin gespannt was es zur Auswahl gibt.”

Auf dem Weg zur Messe kommen uns noch ein paar andere Menschen entgegen, die vor allem damit beschäftigt sind, sich d arum zu kümmern, dass das Basiscamp genug Energie hat, um auch warm zu bleiben. Neben den Ingenieuren sind auch viele vom Service Personal momentan in der Basis beschäftigt , um die Rüstungen zu warten sowie für das leibliche Wohl der Soldaten zu Sorgen. Davon abgesehen muss ein Basiscamp auch noch für eventuelle Angriffe gerüstet sein sowie zumindest eine kleine Staffel Jäger unterhalten.

Die zweiflügelige Tür der Messe schwingt automatisch auf und gibt den Blick auf lange Tische mit Bänken frei. Dazu befinden sich an den Wänden Monitore sowie die Essensfabrikatoren. Außer mir und Nyla sind bereits ein paar Andere dabei, etwas zu essen. Zielstrebig nimmt sich die Raktari eines der Tabletts und steht auch schon an den Fabrikatorene. Kopfschüttelnd folge ich ihr. “Und was steht auf dem Speiseplan?”, frage ich die Tigerdame als sie mit dem Finger über das Eingabefeld streifte. Kurz scheint Nyla zu überlegen. “Ich denke ich versuche es mit dem Fisch, aber diese Fabrikatoren sind nicht unbedingt defür bekannt, das beste Essen zu zauber.” “Nein, aber es ist um längen besser als die Rationen die wir sonst bekommen würden.”

Während sich die Raktari mit einem großem Fisch auf dem Teller zu den Bänken begibt, schaue ich dem Schimmern der Fabrikatoren zu, wie diese scheinbar aus dem nichts einen Hambuger entstehen lassen. Einzig die gewaltigen Energiekosten dieser Technologie verhindern den weiträumigen Einsatz. Das und die nocht nicht ganz ausgereifte Matrix hinter dem Prozess, welche dazu führt, dass es eben nicht eine perfekte Kopie ist. Großflächig werden sie sowieso nur in der Flotte verwendet, wo die Rabrikatoren nicht ins Gewicht fallen, wenn man eine ganze Flotte versorgen muss.

Mit einem dampfenden Hamburger, komplette mit Tomaten, Salat, Käse und einem saftrigen Stück Rindfleisch, setze ich mich neben Nyla auf die Bank. Es dauert auch nicht lange, dann gesellen sieh ein paar andere Soldaten zu uns. Die Trägerflotte Ragnarok rekrutiert die meisten der Soldaten und des Personals von dem skandinavischen Teil der alten Erde, besonders von denen, die ihre uralten Wurzeln suchen. Entsprechend sehen die meisten Menschen der Flotte aus, als wären sie aus einem uralten Wikingerfilm entsprungen. Groß, blond bis braunhaarige mit hellen Augen und meist auch einem Bart. Zugleich scheint diese Trägerflotte auch eher raue Mitglieder der Spacer Clans anzuziehen, sodass diese recht gut ins Gesamtbild passen. Nur an marsianischen Rittern fehlt es der Flotte ein wenig.

„Brr, Ymir 5 ist wirklich eine Eiskugel. Kein Wunder, dass niemand die Piraten hier gefunden hat”, meint einer der Soldaten schmunzelnd. Blaue Augen und blonde Haare, sowie ein breites Kinn und eine Nase, die wohl bereits mehrmals gebrochen wurde zeichnen ihn aus. “Ich frage mich mehr, woher sie die nötige Ausrüstung haben um unter der Eisdecke zu überleben”, meint Nyla gelassen ehe sie ein Stück von ihrem Fisch zwischen den Fangzähnen verschwinden lässt. Leicht grinsend meint eine brünette Frau: “Mit genügend Credits kann man auf dem Schwarzmarkt alles bekommen. Könnte natürlich auch eine vergessene Basis aus dem Krieg sein.” Nyla zuckt leicht mit den Ohren, aber ich komme ihr mit der Antwort zuvor: “Kann sein, aber selbst in dem Fall sollten sie hier früher entdeckt worden sein. Immerhin haben sie weder Stealthschiffe noch andere Tarnausrüstunge.” “Zumindest wenn es sich um Menschen handelt”, wirft ein anderer Soldat schmunzelnd ein. “Laut den Aufzeichnungen ist dieses System nicht in der Nähe einer anderen Spezies. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir auf jemand anderes treffen”, stellt Nyla in ruhigem Ton fest.

Nachdenklich knabbere ich an meinem Burger bevor ich frage: “Und welche Spezies außer uns Menschen würde am ehesten als Piraten auftreten?” Nachdenklich zuckt die Raktari mit den Ohren, lässt ihren Blick über die einzelnen Soldaten wandern, bevor sie schließlich antwortet: “Es gibt in fast jeder Spezies Piraten, aber es gibt auch welche, die sich sehr mit diesem Konzept identifizieren. Entsprechend gibt es ein paar Spezies die sich hier als Piraten durchaus eine einfache Beute versprechen könnten. Sollte es wieder erwarten neben Menschen noch andere Piraten geben, gehören sie mit ziemlicher Sicherheit der Spezies der Seretiden an.”

Wie zu erwarten, darf Nyla die nächste Zeit ihr Wissen über diese Seretiden teilen. Dabei handelt es sich um eine Rasse von intelligenten Insekten. Sie sind relativ klein und zerbrechlich, aber geschickte Händler. Ihr aussehen errinert mich an die Bilder von Asseln in den Büchern über die Erde. Allerdings ist der natürliche Panzer der Seretiden zerbrechlich wie Glas. Ihre Heimatwelt hat eine hohe Strahlenbelastung und daher sind ihre Körper in diese Schutzpanzer gehüllt. Seretiden werden etwa so groß wie ein Hund, sind aber nie alleine anzutreffen. Und was vielleicht auch noch wichtig ist, ist die Tatsache, dass sie einen ätzenden Speichel absondern können. Jedenfalls ist die Unterhaltung neben dem Essen interessant. Nachdem alles erzählt und aufgegessen wurde, machen Nyla und ich uns nun auf den Weg zu unserem Quartier, um zumindest noch etwas schlaf zu bekommen.

Über Neko

Freche kleine Katze mit einer Leidenschaft für Bücher und Geschichten :3 Meow!
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