Sternenkrieger

Kapitel 1 – Eisige Weiten

Und so beginnt es

Nyla:

Als wir beide uns im Kommandozentrum einfinden, befinden sich dort nicht nur Commander Birky sondern auch die Hohenpiesterin Rashida. An ihrer Seite stehen zwei der Priesterinnen. Außerdem ist auch Angus McFife anwesend. Der Mensch sieht schon um einiges besser aus, als das letzte Mal. Kitty und ich nehmen wie gewohnt Haltung an.

„Stehen sie bequem. Die Hohenpriesterin hat etwas zu sagen und das betrifft sie Beide und unseren Gast, Angus McFife“, begrüßt uns Birky mit hinter dem Rücken verschränkten Armen sowie einem leicht zerknirscht wirkenden Gesichtsausdruck. Kitty hebt leicht ihre Augenbrauen während sie die Raktaripriesterinnen eingehend mustert. Mein Blick dagegen wandert vor allem über Angus.

Es dauert einen kleinen Moment, bevor die Hohenpriesterin sich auf die menschliche Sprache eingestimmt hat. Auf den Hinterläufen ihres animalischen Körpers sitzen, erweckt sie den Eindruck eines angriffsbereiten Jägers. „Nyla, Katharina, Angus. Wir haben die Geschichte, welche hinter dem Angriff auf Dundee steht, geprüft. Die ausgesendeten Späher haben alles bestätigt, auch wenn sie ein wenig mehr Mühe hatten, den Ort zu finden. Jedenfalls scheint alles zuzutreffen“, beginnt Rashida die Erklärung. Kurz hält sie innen bevor sie eine Hand ausstreckt.

Eine holografische Kugel erscheint mitten im Raum. Sie ist das Abbild eines mit Bergen übersäten Planeten. Tiefe Täler ziehen sich zwischen schneebedeckten Gipfel hindurch. Flüsse und Seen bilden dunkle Stellen auf der Karte. Ein paar Sekunden dreht sich das Hologramm um die eigene Achse, bevor es auf eine Ebene hin zoomt. Dort, in der Nähe eines kleinen Sees befinden sich die Überreste einer Siedlung. Es wirkt fast wie ein abgenagtes Skelett, so sind die Trümmer verstreut und gebleicht von der Sonne. Es ist kaum vorstellbar, dass hier vor nicht allzu langer Zeit jemand gelebt hat.

Die Hohenpriesterin gibt uns einen Moment um das Bild zu verarbeiten, bevor sie schließlich spricht: „Die Zerstörung von Dundee ist komplett. Es gibt keine Spuren von Leben in einem Umkreis von mehreren hundert Metern um das Siedlungsgebiet. Nichts scheint hier mehr zu wachsen, fast als wäre alle Lebenskraft aufgesaugt. Der Planet wird unter Quarantäne gestellt und mit einem Forschungsposten ausgestattet um dieses Phänomen zu studieren. Obwohl er weit abseits des menschlichen Gebietes liegt, wird die Menschheit bei den Bemühungen mit einbezogen werden. Immerhin handelte es sich um eine ihrer Siedlungen. Wissenschaftler und Soldaten vieler Völker werden sich daran beteiligen. Es wird damit zugleich eine Möglichkeit sein, dass die Menschen dem Universum beweisen, welchen Weg sie einschlagen will.“

Kitty wirkt bei der Ansprache ein wenig irritiert und wenn ich ehrlich bin, geht es mir nicht viel anders. Diese Informationen sind wohl kaum ein Grund, nach uns zu verlangen. Nach einer weiteren Pause beginnt Rashida leicht zu grinsen. „Ihr Drei allerdings, werdet nicht zu der Besatzung des Forschungspostens oder der Blockade gehören. Die Gottkönigin selbst hat euch befohlen, Yharnam aufzusuchen. Die uralte Stadt der Jäger vibriert mit einer Kraft, die wir seit Jahrhunderten nicht mehr gefühlt haben. Die Todesklaue wird euch auf dem schnellsten Weg dorthin bringen.“

Einen langen Moment herrscht beinahe eisiges Schweigen, dann findet Katharina schließlich ihre Stimme wieder: „Verzeiht, Hohenpriesterin, aber wir können nicht einfach unsere Einheit verlasse um auf einen Kulturausflug zu gehen.“ Amüsiert erwidert Rashida: „Es ist bereits beschlossen. Wir brechen in zwei Tage auf um die Vorbereitungen in Yharnam zu treffen. Keine Angst, es wird weit weniger formell, als Eure Empfänge und Galen.“ Fast hilfesuchend richtet Kitty ihren Blick zu Birky, der aber nur leicht mit den Schultern zuckt, bevor er bestätigend meint: „Das Konzil hat zugestimmt. Sie sehen darin vermutlich eine Chance, dass sich die Menschheit gegenüber den Raktari beweisen kann.“

„Lasst eure Sachen vorbereiten. Besonders alles, was ihr für eure Rüstungen benötigt“, meint die Hohenpriesterin noch zum Abschluss, ehe sie mit eleganten Schritten den Raum verlässt. Dabei zieht das Anblick der sich unter dem Fell abzeichnenden Muskeln nicht nur einen Blick auf sich. Natürlich könnte es auch an ihrer ganzen Gestalt liegen. Immerhin kann es schon so wirken, als würde sich ein gewaltiges Raubtier vorbeibewegen.

Kaum, dass die Hohenpriesterin und ihre Wachen hinter der Tür verschwunden sind, wendet sich Birky direkt an uns: „Ich habe natürlich nur Befehlsgewalt über euch zwei. McFife hier dagegen ist ein Zivilist. Entsprechend liegt es an ihm.“ Der bisher schweigsame Mensch räuspert sich kurz, ehe seine Stimme erklingt: „Ich weiß nicht, was es mit dieser Jagd, der Stadt oder diesen … Raktari auf sich hat, aber es klingt als würden sie die Bedrohung durch Zargotryx ernst nehmen. Ich werde die Chance auf jeden Fall nutzen.“ Deutlich kann man hören, dass ihm das sprechen noch schwerfällt. Es wird vermutlich noch Tage, wenn nicht gar Wochen dauern, bis der Mann wieder völlig bei Kräften ist. „Es gibt da noch eine weitere Kleinigkeit. Rashida hat strick abgelehnt auch nur eine Person mehr mitzunehmen. Das gesamte Diplomatencorps starrt euch gerade neidisch an. Aber ich gehe davon aus, dass Nyla euch Beide aus allen Schwierigkeiten heraushält. Das letzte was wir brauchen, ist ein neuer Zwischenfall mit den Raktari“, fügt Birky noch etwas grummelig hinzu. Ich antworte schmunzelnd: „Jawohl, Sir.“ Dann sind wir auch schon entlassen.

Angus verlässt zusammen mit uns das Kommandocenter. Sein Blick scheint an mir zu kleben. Nach ein paar Schritten fragt er schließlich Kitty: „Nicht das ich undankbar wäre, aber was hat es wirklich mit diesen überdimensionierten Katzen auf sich?“ Schmunzelnd zucke ich mit den Ohren, bevor Katharina antworte: „Raktari. Ich glaube sie finden den Vergleich mit einer Hauskatze eher amüsant als beleidigend. Jedenfalls gab es vor über dreißig Jahren einen Zwischenfall mit ihnen, der uns deutlich vor Augen geführt hat, wie wenig wir über das Universum wissen und dass die Menschheit nur vereint gegen die Gefahren bestehen kann. Was die Terraner dachten, wäre nur eine primitive Kultur entpuppte sich als ein Reich mächtiger Kriegerinnen, das uns Technologisch weit überlegen ist.“ Anschließend deutet sie mit einem Kopfschütteln auf mich. „Nyla ist ein Paradebeispiel für ihr Volk. Ruhig, gelassen und dabei absolut tödlich. Sie erfüllt die höchsten Ansprüche, die selbst der Mars an jemanden Stellen kann.“ Angus nickt bedächtig. „Ich werde versuchen das im Kopf zu behalten. Mein Clan selbst ist nie wirklich in den Kontakt mit Aliens gekommen. Wir wollten nur in Frieden eine eigene Welt besiedeln.“ Kurz zucke ich mit den Ohren, dann meine ich: „Wer ist schon auf so etwas vorbereitet? Wir sollten jedenfalls unsere Sachen sammeln. Angus, du solltest dir beim Quartiermeister eine Grundausstattung geben lassen.“

Über Neko

Freche kleine Katze mit einer Leidenschaft für Bücher und Geschichten :3 Meow!
Dieser Beitrag wurde unter Sternenkrieger abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s