Echo Preis, Rap und ein Blick dahinter

Die Echo Preise haben ja einen regelrechten Shitstorm ausgelöst und die Welt gespalten, mehr oder weniger. Manche finden sie gut, andere finden sie schrecklich. Ich persönlich habe noch nie viel von den Echos gehalten, was vielleicht auch daran liegt, das meine Genres dort nicht vertreten sind. Andererseits muss man sich vielleicht auch kurz mit der Geschichte des Raps befassen.

Grundsätzlich sollte ja der ECHO als deutscher Musikpreis auch so etwas wie Klasse haben. Man darf durchaus erwarten, dass sich die Jury auch mit den Texten etwas mehr auseinandersetz. In der Vergangenheit scheint das durchaus geschehen zu sein. Nachdem es aber nun scheinbar auch beim ECHO nur noch um Einschaltquoten geht, ist die Verleihung nachvollziehbar, wenn auch immer noch äußerst dämlich.

Aber kommen wir erst zum Rap. Dabei handelt es sich um Sprechgesang, der als Unterkategorie des Hip Hop angefangen hat. Der eigentliche Ursprung wird allerdings in den rhythmischen Arbeitsliedern der damaligen Sklaven gesehen. Einflüsse aus diversen, indigen Kulturen dürften den Grundstein des heutigen Raps gelegt haben.

Für das Rappen spricht oftmals, dass man auch längere Geschichten recht einfach unterbringen kann. Wobei ich persönlich sagen muss, dass diese Kunst im Power Metal Genre wesentlich effektiver umgesetzt wird. Band wie Sabaton, Gloryhammer, Brothers of Metal oder Dragony schaffen es in ihren Liedern wirkliche Geschichte zu erzählen, ohne sie erst Rappen zu müssen und halten dabei sogar noch das Niveau.

Historische betrachtet wurde Rap genutzt, um Missstände aufzuzeigen. Besonders in den frühen Tagen ging es um den Zustand in den schwarzen Vierteln von Amerika. Drogen, Gewalt usw standen auch damals schon in den Texten. Geändert haben sich den Jahren die Themen, wenn auch nicht wesentlich, aber vor allem der Sprachgebrauch.

Wenn man nun die Texte von unseren umstrittenen ECHO Preis Rappern betrachtet, stellt man sich doch einige Fragen. Die offensichtlich antileninistischen Holocaust Anspielungen lasse ich jetzt bewusst weg. Wesentlich interessanter ist eigentlich das prinzipielle Feindbild, welches dort gezeichnet wird. Treu der Politik von AfD, FPÖ und wie sie alle heißen, bei denen Flüchtlinge an allem schuld sind, wird jeder Flüchtling eigentlich direkt als Vergewaltiger oder Drogenbaron oder was auch immer dargestellt. Dazu kommt noch jede Menge Gewaltandrohung und Schimpfwörter hinzu. Nicht zu vergessen der Gebrauch des Wortes „Ficken“.

Diese Texte, ob nun beabsichtigt oder nicht, zeichnen ein recht aggressives, fremdenfeindliches Bild, das natürlich vor allem bei der jüngeren Generation ankommt. Es wird wieder einmal alle Schuld auf eine Bevölkerungsgruppe geschoben, die eigentlich nichts dafürkann. Seien wir doch mal ehrlich: Was für einen Unterschied macht es, ob ein Afghane, ein Syrer, ein Schweizer oder ein Bayer der Täter ist? Für die Opfer und deren Angehörigen gar keinen. In jedem Korb gibt es ein paar faule Äpfel. Das Problem liegt im Umgang mit diesen.

Und nun nochmal zurück zu den ECHOs. Hier applaudiere ich allen Künstler, die sich dazu entschlossen haben, aus Protest ihre Preise zurückzugeben. Den auch in der Kunst sollte nicht alles erlaubt sein. Immerhin gibt es noch irgendwo diesen einen Satz „Die Ehre eines Menschen ist unantastbar.“ Ganze Volksgruppen in einen Topf zu werfen ist keine Art, die man in einem freien Europa praktizieren sollte. Wir alle haben die Pflicht unsere Köpfe zu verwenden und nicht jeden Hirnschiss der Medien zu feiern.

Schnurrig
Neko

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