Wir haben schon wieder Mittwoch! Wie die Zeit vergeht. Dann schauen wir mal, was Pfötchen nun wieder anstellt. Der Rest des Kapitels findet ihr hier. Vielleicht sollte ich wirklich mal schauen, dass die einzelnen Posts etwas länger werden. Naja, trotzdem viel Spaß!
schnurrig
Neko
Etwas zu spät treffe ich überhastet am Treffpunkt ein und schieße fast über Ziel hinaus, so in Eile bin ich. Silberfell sitzt auf der Bank und sieht mich abwartend an. Neben ihr hat es sich Weißpfote mit einem stolzen Gesichtsausdruck bequem gemacht. Vor seinen Pfoten liegt eine richtig fette Maus. Langsam tapse ich mit leicht gesenktem Kopf zu der Bank. „Kein Glück gehabt, Pfötchen? Mach dir nichts daraus, man kann nicht immer Glück haben“, begrüßt mich Silberfell mit einem leichten Lächeln.
Weißpfote sieht mich mit einem nervigem Siegergrinsen an und meint frech: „Ich bin eben einfach der besser Jäger!“ Grummelnd zucke ich mit den Ohren. Er ist ja meist eher ein bisschen ein Angsthase und übervorsichtig, aber wehe Weißpfote ist bei etwas einmal besser, dann kann er sich zu einer richtigen Nervensäge entwickeln.
„Ich hatte eine Maus!“, bringe ich zu meiner Verteidigung hervor. Die Sucherin legt den Kopf fragend schief während der schwarze Kater mich nur ungläubig ansieht. Möglichst überzeugend erzähle ich: „Ja, ich hatte die Maus schon zwischen meinen Pfoten. Dann hat sie plötzlich angefangen zu sprechen! Es war eine australische Wüstenspringmaus aus Texas mit dem Namen Whiteny. Und noch dazu ein wirklich sehr aggressives kleines Ding“
„Nur weil du nichts gefangen hast, musst du dir nun nicht solche Sachen ausdenken“, kommt es postwendend von Weißpfote. Silberfell sieht kurz zwischen uns beiden Jungkatzen hin und her ehe sie meint: „Das spielt auch nicht wirklich eine Rolle. Eine Maus ist alles was für den kleinen Zauber brauchen. Weißpfote, da es deine Beute ist wirst du den Zauber wirken. Pfötchen, du passt ganz genau auf. Wenn alles richtig gemacht wird, dürfen wir alle drei zusammen eine Vision von der nahen Zukunft oder Vergangenheit erleben“
„Und worauf sollen wir dabei achten?“, frage ich interessiert während ich zugleich mit den Ohren zucke und nervös mit den Vorderpfoten den Grund knete. „Auf alles, das irgendwie ein wenig seltsam aussieht. Erwartet aber nicht zu viel, es handelt sich nur um einen kleinen Zauber und das Ergebnis wird alles andere als berauschend sein“, warnt uns Silberfell bevor sie Weißpfote einen kleinen Wink gibt. Mit seiner Beute um Maul folgt der Kater seiner Mentorin von der Bank nach unten und ein Stück in den Wald hinein. Ich bin nur eine Katzenlänge hinter den Beiden.
Abseits von den viel benutzten Wanderwegen, gut geschützt vor neugierigen Blicken, bleibt Silberfell schließlich stehen. Mit wenigen Worten erklärt sie Weißpfote was er zu tun hat. Während ich mich hinsetze und mir meine Pfoten sauber lecke, macht sich der Kater langsam an das kleine Ritual. Zuerst schreitet er einen kleinen Kreis ab während er die Beute immer noch um Maul trägt. Anschließend kommt das ehemalige Nagetier in die Mitte des Kreises mitsamt Weißpfote. Derweil macht es sich Silberfell neben mir bequem. „Aufpassen, es geht gleich los“, mauzt sie mir leise zu. Schnell ist das Ritual wieder in der Mitte meiner Aufmerksamkeit.
Der schwarze Kater betrachte die Maus eingehen ehe er sie auf den Rücken dreht. Sorgsam platziert er mit seinen Krallen drei neue Wunden auf der Beute. „Der Zauber ist eigentlich nicht schwer, aber da wir zu Dritt sein werden, brauchen wir ein Opfer um ihn die richtigen Bahnen zu lenken“, erklärt mir Silberfell zugleich leise.
Zugleicht atmet Weißpfote tief durch. Konzentriert schaut er auf das Opfer, schließt kurz die Augen und mauzt anschließend mehrmals jaulend.
Mit einem Mal verliert die Welt an Farbe. Nur noch Grautöne sind zu sehen. Auch die Umgebung ist mit einem mal völlig anders. Wir befinden uns nicht mehr in dem Wald sondern irgendwo unter der Erde. An einem Ort wo wir Katzen eigentlich gar nicht genug Platz hätten. Trotzdem sind wir alle Drei hier, auch wenn Silberfell und Weißpfote ein wenig durchscheinend sind. Wesentlich interessanter aber sind die kleinen Gestalten die überall herumwuseln.
Mäuse! Überall durch die Tunnel huschen Mäuse. Manche mit Körnern in den Mäulern, andere sogar mit kleinen Insekten oder auch ganzen Ären. Silberfell gibt mir einen Wink mit dem Schweif ehe sie losgeht. Ich schaue mich nochmal kurz um bevor ich ihr folge. Schnell bin ich auf der einen Seite und Weißpfote auf der anderen. Mit neugierigen Blicken schaue ich mir das Gewusel in den Gängen an. Langsam werden die Tunnel geräumiger, sodass sogar eine normalgroße Katze ohne Probleme Platz hat.


