Wundversorgung 17. Jahrhundert

Die ärztliche Versorgung im 17 Jahrhundert ließ einiges zu wünschen übrig. Nicht nur, dass die anatomischen Kenntnisse alles andere als Präzise waren, es waren auch die damaligen Wunden ein wenig ein anderes Kaliber. Besonders durch die in dieser Zeit häufigen Kriege war vor allem die Behandlung von Schusswunden eine etwas heikle Angelegenheit. Während natürlich auch Wunden mit sämtlichen anderen Waffen genauso tödlich sein konnte, stellten die Bleigeschosse der Zeit doch eine ganz andere Herausforderung dar.

Damit auch alle auf dem gleichen Nenner sind, hier ein paar kleine Informationen zu den Geschossen der damaligen Zeit: die Projektile bestanden aus Blei, besaßen ein deutlich größeres Kaliber als heute, besaßen keine Einheitsgröße und wurden meist auf eine Entfernung von unter 50 Meter verschossen. Bei der Form der Projektile gab es ebenfalls zwei Varianten. Die bekannte, gegossene, runde Bleikugel und dann die aus geschnittenem Blei. Letzter entspricht von der Form her einfach einem Rechteck. Während die ballistischen Eigenschaft der Kugel um einiges besser waren, verursacht der Bleiklotz einen größeren Wundkanal.

Zugleich waren auch die Ärzte meist nicht sonderlich gut ausgebildet, zumindest nicht jene auf dem Schlachtfeld. Der Schaden eine Kugel konnte von einem einfachen Loch bis zu gesplitterten Knochen reichen. Die damalige Medizin beschäftigte sich mehr mit oberflächlichen Wunden und Aderlassen, als mit chirurgischen Operationen. Natürlich muss man ihnen auch zu gute halten, dass es besser ist ein Bein zu verlieren als zu sterben.

Der Häufigste Todesgrund auf dem Schlachtfeld war aber mitnichten der Treffer einer Musketenkugel, sondern die durch eingedrungene Fremdobjekte ausgelöste Infektion. Knochensplitter, Gewebereste der Kleidung oder auch der Versuch des Feldscherers, die Kugel zu entfernen. All das konnte eine Infektion zu begünstigen. Damit kommen wir zu einem weiteren, interessanten Punkt: Die Entfernung des Geschosses. Zu dieser Zeit ganz großgeschrieben und da es sich dabei um Blei handelt, auch an sich keine schlechte Idee. Allerdings hatte man damals von sterilem Werkzeug noch keine Ahnung. Entsprechend wurde mit bloßen Fingern in der Wunde herumgepuhlt, bis man die Kugel schließlich hatte. Dabei wurde oft mehr Schaden angerichtet, als durch das Geschoss selbst.

Nachdem man die Kugel entfernt hatte, war das übliche Vorgehen den Wundkanal mit heißem Öl oder etwas Ähnlichem auszubrennen. Bestimmt eine sehr angenehme Behandlung, vor allem ohne Betäubungsmittel. Es ist zwar durchaus stritt, ob dieses Vorgehen unbedingt nötig war, aber mit Sicherheit konnte man dadurch Keime abtöten und so vermutlich eine Infektion verhindern.

Ein andere Häufiges Mittel war die Amputation von Gliedmaßen. Wie bereits erwähnt mag es besser sein, ein Bein zu verlieren als zu sterben. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber welcher Art der Verletzung man sich zu Abnahme der Extremitäten entschied, aber vermutlich spätestens, wenn sich eine Infektion an der Wunde bemerkbar machte. Natürlich können auch schwerer Treffer, welche die Knochen zerschmettert haben, zu so einer drastischen Maßnahme geführt haben.

Bleivergiftung und Infektionen waren zu dieser Zeit gefährlicher als der Feind und dann gab es noch etliche Seuchen und Krankheiten, die ein ganzes Heer innerhalb von Wochen dezimieren konnte.

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Neko

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