Sternenkrieger

Kapitel 1 – Eisige Weiten

Unter Feuer

Kitty:
Ich könnte wirklich fast schwören, dass der Planet etwas gegen unsere Anwesenheit hat. Aber vielleicht hat das auch mehr damit zu tun, dass aus einer Vertiefung nur einen halben Klick von uns entfernt gleißendes Plasma in die Höhe geschossen wird. Ich brenne richtig darauf, diesen Piraten in den Hintern zu treten. Niemand greift ungestraft die Trägerflotte Ragnarok an. Danke meinem Display weiß ich auch genau, wo der Rest der Kampfgruppe ist. Nyla befindet sich neben mir während die Ulfsarks mehrere Meter hinter uns sind.

“Lasst uns den dreckigen Piraten einen Denkzettel verpasst, den sie nicht so schnell vergessen”, gebe ich auf den Gruppenkanal durch während ich mich auch schon wieder in Bewegung setze. Zugleich bringe ich das gerichtete Energieschild online und fahre die Thermitklinge an meiner rechten Hand aus. Es mag zwar auf den ersten Blick archaisch wirken, mit Schwert und Schild in den Kampf zu ziehen, aber diese Taktik hat sich bewährt. Davon abgesehen sind in die Rüstung auch noch ein paar Feuerwaffen eingebaut. Nichts, dass ich denke ich würde eine davon auch nur ansatzweise brauchen, aber Vorbereitung ist alles. Außerdem sind die Ulfsarks mit genug Feuerkraft ausgestattet um jeden Feind niederzuhalten.

Fast vom Schneegestöber verdecke kann ich einige Meter von mir entfernt einen goldenen Schimmer ausmachen. Auch Nyla macht ihr Schwert bereit. Raktari Energieklingen sind ein technisches Wunder oder zumindest behaupten das unsere Techniker. Auf alle Fälle sind sie verdammt Effektiv.

Mit schnellen Schritt geht es nun auf die feindliche Stellung zu. Meter um Meter kämpfen wir uns durch die Schneedecke voran, bis wir schließlich die feindliche Artillerie in dem Schneesturm ausmachen können. Nur noch hundert Meter von den Geschützen entfernt, zeichnet sich die Hitze des Plasmas nur zu deutlich auf den Sensoren ab.

In einer lockeren Formation beginnen die Ulfsark den bewaffneten Vormarsch. Mit schweren Railguns bewaffnet, beginnen sie das Feuer zu eröffnen. Auch wenn die Waffen an sich fast lautlos sind, so werden die titanverstärken Projektile soweit beschleunigt, dass sie die Schallmauer durchbrechen, kaum dass sie den Lauf verlassen haben. Die Zielerfassungssysteme der ganzen Gruppe sind gekoppelt, sodass es keinen Unterschied macht, wer den Feind sieht. Ebenso ist es fast nicht möglich, die eigenen Leute zu treffen, besonders wenn sich schwere Infanterie dem Feind nähert.

Nyla beginnt mit dem Vormarsch, kaum dass der erste Schuss gefallen ist. Ich starte nur einen Bruchteil einer Sekunde später. Das leise Surren der Servomotoren meiner Rüstung, welche jede Bewegung begleitet, wird durch die Belastung etwas lauter. Frisch gefallener Schnee wird bei jedem Schritt aufgewirbelt während ich mich weiter der feindlichen Stellung nähere. Innerhalb von nur ein paar Minuten legen wir die restliche Strecke zurück.

In dem Augenblick, in dem uns klar wird, dass der Feind eine Feuerstellung in das Eis gehauen hat, kommen wir auch schon unter Feuer. Kleine Plasmakugeln fliegen uns entgegen und prallen zischend gegen die Schilde. Mein gerichteter Schild hält die heißen Geschosse ohne große Probleme auf, aber dabei muss ich mich hinter diesem halten. Vor mir erstreckt sich eine ungewöhnlich gut vorbereitete Stellung. Die Geschütze sind hinter einer dicken, betonähnlichen Wand. In dieser selbst befinden sich nicht nur Löcher für Schützen, sondern auch automatische Geschütze. Ganz davon abgesehen, dass auf der Mauer selbst noch mehr Waffen zu finden sind.

“Das sieht mir nicht nach einfachen Piraten aus”, kommentiert Nyla beinahe gelassen über den Comkanal. Zugleich schlagen auch schon die ersten Kugeln der Ulfsarks in die Stellung ein. Splitter lösen sich von dem verstärkten Beton und graben sich in die weiße Umgebung. Zugleich streut das Feindfeuer weiter aus, um auch die Ulfsarks zu erwischen. Nyla und ich bewegen uns langsam im Schutz der Schilde weiter nach vorne. Zugleich beginne ich damit, Ziele für meine schweren Waffen zu erfassen.

Meine Haftgranaten erfassen die Ziele fast völlig automatisch. Priorisiert werden vom Kampfprogramm direkte Bedrohungen und mögliche Bruchstellen. Die roten Kreuze in meinem Visor zeigen mir genau an, wohin der Granatwerfer seine Ladung schießen würde. Grüne Kreise dagegen zeigen die Angriffsstellen der restlichen Kampgruppe. “Sind unter schweren Beschuss, Feuerunterstützung nur bedingt möglich”, kommt der Funkspruch von den Ulfsarks. Keinen Moment später antwortet Nyla: “Ziele sind erfasst. Feindfeuer sollte gleich weniger werden.”

Zischend löst sich der Granatwerfer aus dem Rücken meiner Rüstung und verschießt mit einem leisen Plopp die Haftsprengkörper. Zielgenau fliegt die explosive Fracht auf die feindliche Stellung zu. Noch während diese unterwegs ist, zeigt Nyla einmal mehr warum die Raktari den Ruf haben, unschlagbare Kriegerinnen zu sein. Die Betonwände scheinen unter dem Beschuss durch die Raktari zu schmelzen. Gleißendes, helles Licht blitzt in Kaskaden immer wieder auf. Kurz darauf wird mein Sichtfeld auch von dem grellen Licht meiner Sprengladungen erhellt. Der Visor passt sich den veränderten Lichtverhältnissen übergangslos an, sodass ich nicht das Ziel aus den Augen verliere.

Als sich der Rauch nach wenigen Sekunden verzogen hat, befinden sich in der Betonwand zwei große Löcher. Eines durch meine Sprengladungen mit scharfen Kanten und Ecken. Das andere ein fast kreisrundes Loch, geschaffen durch die Energiekanone der Raktari. Die meisten der automatischen Geschütze scheinen den Angriff ebenfalls nicht überstanden zu haben. “Weg frei, wir gehen rein. Wartet auf unser Zeichen bevor ihr folgt”, gebe ich kurz an die Ulfsarks weiter, damit sie nicht ins direkte Schussfeld geraten. Immerhin sind Nyla und ich für die Frontarbeit verantwortlich.

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