Sternenkrieger

Kapitel 1 – Eisige Weiten

Die Piratenbasis

Kitty:
“Und du bist dir sicher, was diese Intyre angeht und dass wir die Unterstützung einer Raktari Flotte brauchen?”, frage ich Nyla während wir uns auf den Weg zu unserem Quartier machen. Die Tigerdame nickt leicht, ehe sie antwortet: “Intyre vermehren sich wie Squischis. Innerhalb von nur ein paar Wochen können sie ganze Kontinente überrennen. Natürlich fehlt es ihnen dann an der Ausrüstung, aber die zahlenmäßige Überlegenheit kann zu einer schlimmen Überraschung werden. Für gewöhnlich erreichen sie keine hohen Bevölkerungszahlen, außer sie legen es direkt darauf an. Nur die Stärksten erreichen die volle Größe ihres Volkes. Aber ohne Sklaven schaffen sie es normalerweise nicht auf ein gefährliches, technisches Niveau.” Mit einer gehobenen Augenbraue meine ich: “Klingt wie ziemlich gefährliche Ratten. Zumindest sind wir nicht unvorbereitet.” So ganz überzeugt wirkt Nyla allerdings nicht.
In unserem Quartier angekommen frage ich sie schließlich: “Du wirkst ein wenig ernster als sonst. Machen dir diese Intyre wirklich solche Kopfschmerzen?” Schnaubend lässt sich die Tigerdame rücklings auf ihr Bett fallen. “Nicht direkt, aber wenn sie aus der Quarantäne ausgebrochen sind, könnte das zu ernsten Konsequenzen führen.” “Ich denke du machst dir da zu viele Gedanken. Soweit ich weiß gibt es niemanden im ganzen Universum, der es mit den Raktari aufnehmen kann”, meine ich möglichst beruhigend. Nachdenklich streckt sich Nyla. “Vielleicht hast du recht.” Damit rollt sich die Raktari auch schon zusammen. Ich lege mich ebenfalls in mein Bett um etwas Ruhe zu bekommen.
Nach den vorgeschriebenen zwölf Stunden Ruhe die einem Kampfeinsatz im Normalfall folgen, finden sich Nyla und ich sowie der die anderen Kampfgruppen in einem Besprechungsraum wieder. Neben den ganzen Stühlen, auf den die Soldaten sitzen, nimmt vor allem der riesige Monitor den Raum regelrecht in Besitz. Beinahe so groß wie die ganze Wand, gefüllt mit taktischen Informationen. Es dauert nur ein paar Minuten, bevor Commander Birky vor den Monitor tritt. Seine grauen Augen mustern uns eingehend, bevor er beginnt: “Wie ihr alle wisst, hätte das eine ganz einfache Aufgabe werden sollen. Die Basis der Piraten ausfindig machen und zerstören. Neuste Informationen weisen allerdings darauf hin, dass wir es nicht einfach nur mit einem Haufen menschlicher Piraten zu tun haben. Unsere Befehle haben sich dadurch aber nicht geändert. Im Gegenteil sollen wir sogar schneller Handeln. Sobald wir einen sauberen Lock auf die Basis bekommen, werden die Zerstörer der Flotte in der Lage sein, Deckungsfeuer zu geben. Bis dahin haben wir nur eine Staffel zur Unterstützung. Außerdem rechnen wir damit, dass eine Raktari Flotte zu uns auf dem Weg ist. Zeugen wir den Katzen, was wir draufhaben!” Ein lautes Jawohl erklingt aus den Mündern der Soldaten. Anschließend folgt die Einteilung in die bekannten Trupps.
Innerhalb einer halben Stunde befinde ich mich bereits wieder in meiner Rüstung. Voll aufgeladen und bestückt, bereit die Piratenbasis zu stürmen. Dis schützende Panzerung wieder anlegen zu können, gibt mir immer ein gewisses Gefühl der Zufriedenheit. Neben mir machen sich Ulfsarks, Einherier und Valkyries bereit, in den Kampf zu ziehen. Natürlich darf auch Nyla in ihrer kunstvollen Rüstung nicht fehlen. Trotzdem, dass ich den Anblick ihrer Rüstung gewöhnt bin, verwundert mich die kunstvolle Fertigung jedes einzelnen Teils immer wieder. “Vergesst nicht, wir haben einen steifen Marsch vor uns. Die Basis der Piraten befindet sich etwa fünfundzwanzig Klicks südwestlich. Wir wissen, dass sie Plasmawaffen sowie leichte Rüstungen besitzen. Ansonsten scheinen ihre Waffen improvisiert zu sein. Haltet also die Augen offen”, gebe ich kurz angebunden an die Truppe weiter, bevor sich das Tor des Arsenals öffnet und uns in die weiten des Eisplaneten entlässt.
Scheinbar ist dem Planeten ein wenig der Schnee ausgegangen. Zumindest aber befinden wir uns nicht mehr in einem Eissturm. Im Gegenteil glitzert die weiße Pracht wie ein Meer aus Diamanten unter den gleißenden Strahlen der Sonne. Das Knirschen des Schnees unter den mechanischen Füßen der Rüstungen hört sich fast an, als wäre der ganze Planet zornig. Unser Vormarsch geschieht in loser Formation, wobei die schweren Rüstungen die Spitze bilden währen die leichten mit der Feuerunterstützung mehrere Meter hinterhergehen. Zugleich fliegt die Fliegerstaffel regelmäßig über unsere Köpfe und versorgt uns so im zusätzlichen Informationen.
“Hey, Nyla. Wie lange braucht eine Raktari Flotte ungefähr um zu unserer Position zu kommen?”, frage ich sie über den privaten Kanal. Ihre schnurrende Stimme erklingt schnell mit der Antwort: “Die nächstgelegene Flotte könnte innerhalb ein paar Stunden hier sein, je nachdem welche Aufgabe sie gerade erledigen.” “Dann ist es wohl mehr als wahrscheinlich, dass sie jeden Moment auftauchen werden. Ich habe noch nie davon gehört, dass Raktari Zeit vergeuden.” Lachend antwortet Nyla: “Bestimmt. Lass uns aber nur hoffen, dass wir sie nicht wirklich brauchen.” Anschließend gebe ich zu den Kampftrupps durch: “Wir sollten uns nicht darauf verlassen, dass die Raktari hier sind, bevor es zu Sache geht und selbst wenn wäre es besser ihnen zu zeigen, dass wir durchaus in der Lage sind, uns selbst zu behaupten.” Bestätigungen kommen schnell von den anderen Gruppen, zugleich beschleunigen wir unsere Schritte durch den Schnee.
Schließlich erheben sich aus dem Eis und Schnee des Planeten überraschend große Mauern, bedeckt mit der weißen Pracht. Grau ragen sie gen Himmel, als würden sie seit einer Ewigkeit bereits hier verharren. Es wirkt wie eine alte, verlassene Festung aus einer Zeit, lange bevor der erste Mensch die Erde verlassen hat. “Heilige Scheiße! Das sieht nicht aus, als hätten das ein paar Piraten innerhalb von einigen Jahren aufgebaut”, kommt ein Funkspruch von einer anderen Gruppe. Leider muss ich der Aussage zustimmen. Die Mauern selbst wirken zwar nicht sonderlich gefährlich, aber die Schießscharten und alleine die Höhe lassen nicht unbedingt auf etwas gute Schließen. “Haben wir überhaupt genügend Sprengsätze um da eine Delle rein zu hauen?”, fragt jemand anderes. Zugleich scheinen die Sensoren verrückt zu spielen. Ich kann kein klares Signal von den Mauern empfangen.
“Feuer frei! Zielt auf die Löcher in der Wand und haltet den Kugelhagel aufrecht. Die schwere Infanterie konzentriert das Feuer auf den mittleren Sektor um ein Loch in die Festung zu schlagen. Gebt ihnen keine Chance das Feuer zu erwidern”, erklingt Nylas Stimme mit einem warnenden Grollen. Niemand in der ganzen Einheit wiederspricht der Raktari. Sofort wird das Feuer eröffnet. Kugel sausen durch die Luft, schlagen in die Mauern ein und hinterlassen nur minimalen Schaden. Zugleich kommen die Einherier und Valkyries zusammen, um gemeinsam die schweren Waffen sowie Sprengsätze am Fußen der Festung einzusetzen.
Nyla führt uns ohne zu zögern direkt vor die Mauer. “Bleibt so nahe wie nur möglich an der Wand, dort können sie Euch nicht ins Visier nehmen”, rät sie während sie zugleich mit einer gepanzerten Hand über die graue Oberfläche fährt, als würde sie etwas suchen. Nach wenigen Sekunden schlägt sie gegen die Oberfläche. Zwischenzeitlich erklingt auch das bekannte Geräusch von abgefeuerten Plasmawaffen. “Was genau machen wir hier?”, frage ich Nyla ein wenig kritisch. Die Raktari zieht ihre Hand aus dem faustgroßen Loch heraus, bevor sie meint: “Bringt alle Sprengladungen hier an und macht Euch bereit, hinein zu stürmen. Wir werden sicher erwartet.” Schnell werden die Ladungen platziert, bevor wir uns seitlich in zwei Gruppen aufteilen. Nyla und ich bilden dabei die Speerspitze während wir jeweils zwei Einherier und zwei Valkyries im Rücken haben. Ein Countdown wird im Visier eingeblendet, um die Sprengung perfekt aufeinander abzustimmen. Langsam zählt dieser von Zehn nach unten. Als die Null erscheint, werden die Ladungen gezündet. Ein gewaltiger Knall erklingt und die Explosionen hüllen uns in einen dichten Nebel ein.

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