Märchen oder Reportage: Ein Followup

Nachdem Marcus gestern ja einen schönen Beitrag über einen Teil einer Geschichte gepostet hat, über den man sich wohl sonst kaum Gedanken macht, musste ich mir natürlich etwas Gedanken darüber machen und da es den Kommentarbereich vermutlich sprengen wird, gibt’s einen eigene Post.

Die Grundaussage ist, dass es zwei Möglichkeiten gibt eine Geschichte zu erzählen: Als Märchen oder als Reportage. Wobei mir der Begriff Reportage nicht ganz gefällt. Auch Märchen will nicht ganz passen, wenn man es sich genau überlegt. Rückblickend betrachtet ist allerdings das Märchen die ursprüngliche Art, eine Geschichte zu erzählen, weil sich kein Mensch die ganzen Fakten merken konnte. Detaillierte Beschreibungen und Ausführungen konnten ja erst mit der Schrift weitergegeben werden. Vielleicht passen die Begriffe Erzählung und Bericht besser. Wobei auch der Bericht nicht ganz passend will, da eine Geschichte, egal in welcher Form, nicht die Kriterien für einen Bericht erfüllt. Es ist damit sehr lose zu benutzen.

Jedenfalls ist mir aufgefallen, dass das eine das andere nicht ausschließt. Besonders in Marcus Beispielen finden sich einige Dinge, die eigentlich ins andere Genre gehören würden. Star Wars erklärt die Funktion von Prothesen, Game of Thrones dagegen hat unerklärte Untote und Waffen aus besonderem Stahl. Auf der anderen Seite ist auch mein Versuch, Bücher in diese beiden Meta Genres einzuteilen gerade erbärmlich fehlgeschlagen.

Es ist wirklich nicht einfach zu sagen, dass eine Geschichte wirklich nur ein Märchen oder eine Reportage ist. Aber vielleicht liegt das durchaus nur an mir. Ich selbst halte diese Einteilung für nicht umsetzbar. Es gibt in jeder Geschichte Elemente die einer Reportage gleichen genau so wie auch Aspekte eines Märchens. Selbst Geschichten mit kaltblütigen Psychopathen in der Hauptrolle, wo das fehlen der Emotionen ein essentieller Bestandteil ist und man Logik über alles stellen könnte, müssen auf die Märchenschiene zurückgreifen, weil es sonst keine Geschichte wird.

Auch die Klassifizierung von mir selbst erweist sich als überaus schwierig. Das liegt zum einen daran, dass ich zwar selbst Wert auf Logik, Fakten und Statistiken lege, aber zugleich einen Hang für das mysteriöse, das unerklärliche und die damit im Zusammenhang stehenden Aspekte habe. Was sich entsprechend vielleicht auch in meinem Schreibstil niederschlägt. Ich kann zum Beispiel due Funktion einer Muskete bis ins kleinste Detail beschreiben, habe aber im selben Kapitel gefühlsbetonte Momente.

Zusammenfassen kann ich eigentlich nur sagen, ob Märchen oder Reportage, es liegt am Schreibstil des Autors. Es gibt auch keine klare Trennung, es ist mehr eine subjektive Einschätzung. Wo liegt die Grenze zwischen Realismus und Fiktion?

Schnurrig
Neko

PS: Falls sich jemand selbst davon überzeugen will, meine Bücher findet ihr auf Amazon oder ihr werft einen Blick auf meine Patreon Seite.

Über Neko

Freche kleine Katze mit einer Leidenschaft für Bücher und Geschichten :3 Meow!
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