Captain Marvel – Ein Film, eine Katze, eine Tragödie und ein warnendes Beispiel für Autoren

Nachdem nun Captain Marvel doch schon einige Zeit in den Kinos liefe und sich auch die kritischen stimme immer mehr Bemerkbar machen, nutze ich die Gelegenheit mal um auch meinen Senf dazu zu geben. Natürlich alles auch ein wenig aus der Sicht eines Autors. Immerhin kann man aus Filmen recht viel lernen. Ich fokussiere also hier in dem Beitrag mehr auf die Storyschwächen als auf den Rest des Films.

Alle, die den Film noch nicht gesehen haben sollten hier aufhören zu lesen, weil

SPOILER ALERT


Kommen wir zu dem gröbsten Fehler im ganzen Film: Marvels Captain Mary Sue.

Dieser Charakter hat in dem ganzen Film genau eine Entwicklung: Sie entfernt ein verdammtes Gerät von ihrem Hals und BAMM! Full Power und macht alles platt ohne sich auch nur die Haare zu versauen. Muss wohl diese 3 Universen Tafft sein. Hält bei jeder Kampfhandlung. Vom Anfang des Films bis zu seinem Ende durchlebt der Charakter nicht einen Moment der schwäche oder der Entwicklung. Sie wirft einfach ihr blondes, perfekt sitzendes Haar (man bedenke, bei Thor hat man darüber noch Späße gemacht) zurück und macht ohne einen Kratzer weiter.

Den ganten Film lang wird man indirekt damit bombardiert, dass sie die Stärkste, die Beste und die Mächtigste ist. Das sie alle Hindernisse (meist weiße Männer) überkommt. Für Autoren gibt es so den Begriff „Show, don’t tell“, was sich darauf bezieht, dass man Dinge nicht einfach kalt beschreiben soll, sondern sie in die Handlung einbaut damit der Leser sich besser damit auseinandersetzen kann. Wir sehen zwar Carol Danvers immer wieder aufstehen, aber hat sie es danach geschafft? Wissen wir nicht, es wird nicht gezeigt. Es gibt keinen Freudenmoment nachdem sie die Seilübung geschafft hat, den Ball gefangen oder was auch immer. Uns wird immer nur gezeigt, dass sie wieder aufgestanden ist. Und das mit demselben hölzernen Gesichtsausdruck, den sie auch den Rest des Filmes innehat.

Ein weiterer Punkt ist, das Danvers alles ohne irgendwelche Konsequenzen tun kann. Radio Shack looten, Motorrad klauen. Kein Problem. Anscheinen gabs damals noch keine Polizei in den USA. Und keine Alarmsysteme. Jaja, bestimmt hat Shield das alles abgefangen. Wissen wir aber nicht. Gibt keinen einzigen Anhaltspunkt dafür.

Von der überpowerten Mary Sue abgesehen, die in ihrem Solo Film die Entwicklung eines Steines hinlegt, gibt es leider auch noch einige andere Schwächen.

Weiß jemand warum die Kree und die Skrull im Krieg sind? Nein? Es wird auch nicht erwähnt. Wobei ja die Skrull plötzlich die armen Flüchtlinge sind. Wir haben einen Konflikt im Hintergrund, über den nichts bekannt ist. Nichts, nada.

Weitere Ungereimtheiten beinhalten Fury, der noch in Avengers erwähnte, dass sie erst durch Thors auftauchen erkannten, dass sie nicht alleine da draußen sind. Mhmm… den Teil mit Captain Mary Sue hat er dann wohl vergessen. Weil Skrulls, Kree und ballistische Raketen, die beinahe die Erde entvölkert hätte, kann man ja durchaus vergessen.

An hier kommt ehr die persönliche Meinung durch.

Ich mochte sehr die Szenen mit Samuel L Jackson, Goose und Jude Law. Alles solide gespielt und schön anzusehen. Nur, sobald Brie auf der Leinwand erscheint, wirkt alles sooo… als wäre sie zu gut für den Film. Davon abgesehen dass sie Fury ein wenig wie eine Witzfigur im vergleich zu Mary Sue aussehen lassen.

Brie Larson dagegen hat ihrem Charakter das emotionale Leben einer Holzpuppe verliehen. Natürlich gab das auch dafür eine tolle Erklärung zu finden. Weil Carol Danvers ja in einer Zeit der totalen, femininen weiblichen Unterdrückung aller Gefühle aufgewachsen ist. In den 80er… Es gibt zwei Charakter die Marvel, die wirklich aus einer Zeit oder einer Kultur kommen, wo das zeigen von Gefühlen nicht sonderlich gut aufgenommen wurde. Aber das sind Captain Amerika und Thor. Kriegstraumas wären für beide Charaktere nichts neues. Aber nicht für eine Blondine, deren einzig sichtbarer Errungenschaft es ist, dass sie nicht auf dem Boden liegen geblieben ist.

So… rant aus.

Captain Mary Sue kann man such durchaus ansehen. Ist er essential für Endgame? Nein. Hat er irgendwas Besonderes zu biete? Nun, eine Katze. Ansonsten ist der Film eigentlich wirklich nur mal eben dazwischen reingequetscht und ich hab ja schon so das Gefühl, dass sie den nur in diesem Maße verhunzen und politisieren konnte, weil Stan Lee bereits unter der Erde liegt, wo er sich nun vermutlich dreht vor Schmerzen.

Schnurrig

Nekp

Über Neko

Freche kleine Katze mit einer Leidenschaft für Bücher und Geschichten :3 Meow!
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