Farben

Die Frage die sich mir heute stellt ist, wie wichtig Farben für Beschreibungen sind. In diesem Zuge habe ich mich auch gefragt, welche Bedeutung denn nun Farben für Menschen haben, die blind geboren wurden?

Farben habe keinen Geruch, Geschmack, eigene Textur oder etwas ähnliches. Sie sind nur eine Reflektion des auftreffenden Lichts in bestimmten Wellenlängen. Der einzige Unterschied, bis auf die Farbe, ist, dass dunklere Farben schneller warm werden. Man könnten vielleicht also durchaus sagen, dass sich Farben begrenzt ertasten lassen.

Hat es denn aber, für jemanden der keine Farben kennt, eine Bedeutung welche Farbe genannt wird? Ist es eigentlich nicht viel wichtiger Textur, Form, Geruch und dergleichen zu Beschreiben? Davon abgesehen wird Farbe sowieso nur recht kurz beschrieben. Vermutlich gibt es einfach nicht viel dazu zu sagen.

Farbenfroh schnurrig
Neko

Avatar von Unbekannt

About Neko

Freche kleine Katze mit einer Leidenschaft für Bücher und Geschichten :3 Meow!
Dieser Beitrag wurde unter Rund ums Schreiben abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Responses to Farben

  1. Avatar von kaiglaeser kaiglaeser sagt:

    Da stellst du dir aber wirklich eine schwierige Frage. Das mit dem schneller warm werden, das unterscheidet sich ja auch wieder je nach Material, nicht jeder Gegenstand der dunkel ist wird gleich schnell bzw. in gleichem Ausmaß warm oder heiß.

    Für Sehende zeigen Farben natürlich ein Bild, aber nicht bei allem hat es auch eine starke Bedeutung. Ob ein Kleidungsstück nun gelb, sonnengelb, hellgelb, goldgelb oder ein Spielzeug braun, erdfarben, dunkelbraun, hellbraun etc ist, macht für die meisten sehenden Leser auch keinen bedeutsamen Unterschied – manchmal vielleicht für den Autor. Allgemein ist, wenn man zum Beispiel ein Kleid beschreiben will, vielleicht Form oder Textur auch für den Charakter in der Geschichte viel entscheidender – wie fühlt es sich auf seiner Haut an, kaschiert oder betont es den Körper usw. (obwohl ich sagen muss, dass ich mich mit solchen Details eher selten aufhalte, da müsste es schon von Bedeutung für die Geschichte sein 😉 )

    Was ist dann mit Menschen, die eine Schwäche für bestimmte oder alle Farben haben? Mit Menschen die schlecht sehen, die nur hell und dunkel unterscheiden können oder in deren Sicht vieles verschwimmt? Das ist ja dann noch komplizierter. Ich frage mich auch, was ist, wenn jemand spät erblindet oder irgendwann ganz schlecht sieht – kann derjenige mit Farben noch etwas anfangen, kann man sich dann noch daran erinnern oder vergisst man es?

    Gefällt 2 Personen

  2. Avatar von kaiglaeser kaiglaeser sagt:

    Hat dies auf Wenn Tinte aus den Fingern fließt… rebloggt und kommentierte:
    Farben, Sehende, Blinde – Neko macht sich Gedanken!

    Gefällt 1 Person

  3. Avatar von PaulaGrimm2412 Texthase Online sagt:

    ’nabend Neko und alle, die hier mitlesen,

    was Farbe bedeuten kann, wenn jemand, der aus dem Sehen nie einen praktischen Nutzen ziehen konnte aber zumindest zwei starke Farbeindrücke erlebt hat, könnt Ihr hier lesen:
    http://texthaseonline.com/2014/03/04/zum-schreiben-mache-ich-immer-blau/.

    Wenn Menschen nicht von Geburt an blind sind, hängt die Erhaltung der Farberinnerung, z. B. in Träumen, von zwei Faktoren ab.
    1. Wann erblindete die Person.
    2. Wie schnell schritt die Erblindung voran.

    Je später eine Person erblindet, desto länger bleibt die Erinnerung an Farben erhalten.
    Je schleichender die Erblindung erfolgt, desto stärker verblasst die Farberinnerung.
    Man muss natürlich dazu anmerken, dass auch die Einstellung zum Sehen und dem individuellen Umgang mit der eigenen Wahrnehmung eine Rolle spielt. Ich hatte eine Freundin, die im Alter von 11 Jahren durch eine Kopfoperation plötzlich erblindet war. Sie hatte bis zu ihrem Tod im Alter von 37 Jahren zumindest im Traum noch sehr viele Farbeindrücke.

    Bezogen auf das Schreiben kommt es natürlich darauf an, was man beschreibt und über wen man schreibt. Für Jugendliche, die sich selbst sehen können und müssen, ist es extrem wichtig, wie sie aussehen. In meinem Felicitasprojekt ist es beispielsweise sehr wichtig, dass sie indianisch aussieht und zwar mit Haut und Haar, also auch farblich. Mehr dazu gibt es im genannten Artikel und in den Posts, die ich über die Personen in meiner Prosa geschrieben habe.

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

    Gefällt 2 Personen

  4. Avatar von Thor und Frau B.Scheuert Blinde Simulantin sagt:

    Texthase hat es sehr treffend beschrieben! L.G. Anja

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu Texthase Online Antwort abbrechen